Archiv des Autors: michael.becker

Skript: Theoretische Philosophie Uni Leipzig (04.12.2013)

Bisher wurde die Geschichte der philosophischen Fragen geklärt. Ausgehend von der offenbaren Uneinheit wurde die Frage nach dem Prinzip der Einheit der Welt gestellt. Weiterhin stellt sich die Frage nach der Unterscheidung zwischen der Erscheinung und dem Wesen eines Dings. Die dritte große Frage ist schließlich die nach dem Wesen der Wahrheit. Weiterlesen

Skript: Theoretische Philosophie Uni Leipzig (13.11.2013)

Im Athen des fünften Jahrhunderts vor Christus kommt es mit der Entdeckung der Macht der Rede und der Suche nach dem guten Leben zur zweiten Krise der Polis. Die Menschen der damaligen Zeit haben festgestellt, dass sie bei ihrer Suche nach dem guten Leben auf ihre Mitmenschen angewiesen sind. Durch den wachsenden Reichtum der Stadt Athen und den vorherigen Kriegen im Umland strömt eine Reihe von Nicht-Athenern in die Stadt. Aus diesem Grund wächst allerdings auch die Xenophobie innerhalb der Stadt und es kommt immer wieder zu Konflikten, u.a. zwischen verschiedenen Mitgliedern der Oberschicht. Weiterlesen

Kausalitätstheorien und kausales Schließen

Das Leipziger Zentrum für quantitative empirische Sozialforschung bietet derzeit eine Überblicksreihe mit Vorlesungen zu Methoden der quantitativen Sozialforschung an. Den inhaltlichen Auftakt machte in diesem Jahr Thomas Bartelborth (Philosophie / Logik und Wissenschaftstheorie) mit dem Thema Kausalitätstheorien und kausales Schließen am 15.11.2013. Eine kurze Zusammenfassung des spannenden Vortrags. Weiterlesen

Skript: Theoretische Philosophie Uni Leipzig (06.11.2013)

In Platons Dialog Kratylos werden zwei mögliche Antworten auf die Frage nach der Macht der Rede gegeben. Einerseits kann sie darin begründet liegen, dass die Rede die Welt abbildet (Kratylos). Andererseits kann die Macht darin begründet liegen, dass die Rede die Erschaffung von Welten ermöglicht (Hermogenes). Damit ist nach dem ersten Thema der Philosophie, welches sich aus der ersten Krise entwickelt (der Autonomie) deren zweites Thema gestreift: das Verhältnis zwischen Sprache und Welt. Mit Parmenides und Heraklit wird nun mit der Wahrheit das dritte Thema der Philosophie entwickelt. Weiterlesen

Skript: Theoretische Philosophie Uni Leipzig (30.10.2013)

Die erste Bewährungsprobe der antiken griechischen Welt waren die Perserkriege, d.h. der Versuch der Unterwerfung durch die persische Großmacht. Durch die Auflehnung der Griechen gegen diese kam es zum Konflikt. Trotz ihrer zahlenmäßigen und technischen Überlegenheit gelingt es den Persern nicht, die Griechen zu unterwerfen. Die Frage nach den Gründen für diesen Erfolg sind aufgetaucht und wurden mit der politischen Welt bei den Griechen beantwortet. Weiterlesen

Skript: Theoretische Philosophie Uni Leipzig (23.10.2013)

Die genauen Gründe, aus denen sich die Philosophie um das Jahr 700 v.Chr. institutionalisiert hat, sind bis dato unklar. Es lässt sich auch annehmen, dass sie den Menschen zur damaligen Zeit eventuell selbst nicht bekannt waren, vermutlich waren es aber externe Einflüsse wie z.B. Überfälle oder Naturkatastrophen. Trotzdem lassen sich verschiedene Umstände identifizieren, die der Institutionalisierung den Weg bereitet haben. Grundlegend lässt sich ein Übergang von der sogenannten homerischen zur politischen Welt festhalten. Weiterlesen

Skript: Theoretische Philosophie Uni Leipzig (16.10.2013)

Der Begriff der Philosophie wird in unterschiedlicher Bedeutung verwendet. Einerseits kann er lebensweltlich sowohl individuellen (Philosophie einer Person) als auch sozialen (Unternehmensphilosophie, Philosophie einer Gruppe etc.) Charakter annehmen. Dem steht der wissenschaftliche Philosophiebegriff gegenüber. Auch dieser kann auf zwei Arten verwendet werden: auf der einen Seite steht die Wissenschaft der Philosophie als solche, auf der anderen die sogenannte Bindestrichphilosophie, d.h. die Philosophie der Physik, der Biologie, der Medizin etc.

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Wenn die Realität die Fiktion einholt

Shumeet Baluja, Entwickler bei Google, legt 2011 mit „Silicon Jungle“ seinen Debutroman vor. Er erzählt die Geschichte von Stephen Thorpe, einem Informatiker, der ein Praktikum beim fiktiven Konzern Ubatoo ergattert. Ubatoo ist ein großer Konzern, dessen Dienste von Millionen Menschen weltweit genutzt werden. Stephens Aufgabe während des Praktikums ist es, die richtige Werbung den richtigen Nutzer_innen zu zeigen. Dazu stehen ihm die gewaltigen Datenmengen von Ubatoo zur Verfügung – Emails, Kalendereinträge, Einkaufshistorien, Sucherverläufe etc. Baluja schreibt über Stephens Arbeit bei Ubatoo, die zunächst recht harmlos beginnt und spätestens dann eine Wende nimmt, als die Datenschützer_innen der American Coalition for Civil Libterties (ACLL) in Person von Sebastin Munthe Kontakt mit ihm aufnehmen.

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Europa und die mutlose Linke?

Ich oute mich an dieser Stelle mal als Abonnent der Blätter für deutsche und internationale Politik. Dort gibt es in der Regel gute, thematisch breit gefächerte Beiträge zu lesen. Thilo Bode hat in der April-Ausgabe den Beitrag “Europa und die mutlose Linke” beigetragen. Und da ist mir doch etwas anders geworden, denn die Kritik, die dort geäußert wird, bleibt zum einen gefangen in einer kapitalistischen und nationalstaatlichen Denkweise. Zum anderen zeigt der Beitrag keine wirklichen Alternativen zur existierenden Politik auf sondern trägt vielmehr zu deren Verteidigung bei, indem er mögliche Alternativen diskreditiert. Daher folgen an dieser Stelle ein paar Gedanken zu verschiedenen Textstellen.

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