Jerusalem in acht Tagen – Abreise und Fazit

Der Dienstag steht an und das heißt für mich Abschied nehmen von Jerusalem und Israel. Zunächst aber gilt es noch, von Jerusalem aus zum Ben-Gurion-Flughafen zu kommen. War ich bei der Hinreise noch auf das Sammeltaxi angewiesen, stand mir diesmal die große weite Welt der Überlandbusse offen. Dazu geht es vom Busbahnhof in Jerusalem los. Das Innere des Busbahnhofs kann man sich ungefähr wie ein viel zu kleines Ameisennest, in das jemand hinein gestochen hat, vorstellen. Ein Gewimmel von Menschen, das zum Ende der Ferienzeit wieder in die verschiedensten Richtungen muss; darunter eine Menge von Soldat_innen. Trotz allem ist das Ticket schnell gekauft und mit nur 25 Schekel auch deutlich billiger als das Sammeltaxi.

Abreise

Mit dem neu erworbenen Ticket geht es nun frohen Mutes zur Abfahrtsschleuse. Wie fast zu erwarten, wird es aber nichts damit, den geplanten Bus zu nehmen. Denn als dieser voll ist, fährt er los. Was für empörtes Aufschreien einiger Umstehender sorgt, die ihr Gepäck schon im Bus deponiert haben. Oder ihre Verwandten. Das Gepäck gibt es zwar wieder aber bei den Verwandten bleibt der Busfahrer hart – es gibt kein rein und raus mehr aus dem Bus. Das macht aber fast nichts, denn schon knapp zehn Minuten später fährt der nächste Bus in die gleiche Richtung und hält – zum Glück für mich – auch am Flughafen. Und knappe 40 Minuten später stehe ich dann auch schon an der Flughafenhaltestelle und warte auf das Shuttle Richtung Terminal. Von hier aus geht es dann recht schnell zur Abfertigung.

Im Gegensatz zum Hinflug gibt es hier keine Extrabehandlung und -befragung, denn alle Reisenden werden extra behandelt. Das heißt, bei allen wird der Inhalt des Handgepäcks nicht nur durchleuchtet sondern auch manuell durchsucht. Das führt dazu, dass das Check-In-Prozedere doch recht lange dauert; die drei Stunden, die man vorher da sein soll, sind tatsächlich ein guter Indikator dafür, wie lange es im Endeffekt dann wirklich dauert. Ach wie schön ist doch Zugfahren dagegen… Irgendwann ist aber auch das geschafft, das Flugzeug geht hoch und sicher wieder runter und dann geht es noch mit der Bahn von Frankfurt nach Leipzig. Und das war’s dann auch schon.

Jerusalem im Rückblick

Zurückblickend bleibt festzuhalten: Jerusalem ist eine tolle Stadt. Jerusalem ist eine Stadt, in der es unglaublich viel zu sehen und zu entdecken gibt. Und Jerusalem ist wohl die Stadt, in der sich die Probleme, die so gerne unter dem Schlagwort Nahost-Konflikt subsumiert werden, mit am deutlichsten zeigen. Die sieben Tage, die ich effektiv hatte, reichen nicht einmal aus, um die Altstadt Jerusalems zu durchdringen – ein Areal von in etwa einem Quadratkilometer Größe. Geschweige denn schafft man es in der Zeit, die Must-Sees der Neustadt in angemessenem Rahmen abzuklappern.

Einige Highlights der Stadt, die mir im Gedächtnis geblieben sind: das Tower-of-David-Museum. Sicherlich geeignet für die ersten Tage, da es hier einen sehr schönen Überblick sowohl über die Alt- als auch die Neustadt gibt. Zusammen mit dem Audioguide, der verschiedene Erklärungen bereithält, lässt sich hier ein erster Eindruck von der Stadt gewinnen. Zusammen mit der New Jerusalem Free City Tour, die durch die engen Gassen der Altstadt führt, gibt das einen guten ersten Eindruck. Spartipp am Rande: Zeigt man das Ticket der Free City Tour im Museum vor, gibt es einen kleinen Rabatt.

Auch die Holy City und die Mt. Olive Tree Tour sind unbedingt zu empfehlen, auch und gerade weil es einige Doppelungen zur Free City Tour gibt, die aber (sicherlich abhängig vom Tour Guide) aus einer anderen etwas Perspektive erzählt werden. Mit 16 bzw. 18 Euro für Studierende sind die Touren auch preislich im Rahmen, Mit den drei Touren sowie dem Tower-of-David-Museum hat man einen guten Überblick über die verschiedenen Quartiere der Altstadt sowie ihre einzelnen Besonderheiten.

Und (fleißige Leser_innen werden es mitbekommen) eine absolute und uneingeschränkte Empfehlung kann ich für den Besuch der Yad Vashem Holocaust-Gedenkstätte aussprechen. Im Idealfall sollte man viel (viel!) Zeit mitbringen, um die einzelnen Bereiche der Gedenkstätte auf sich wirken zu lassen. Mit jedem Schritt in der Gedenkstätte kann man sicherlich die Politik Israels etwas besser verstehen, vergegenwärtigt er doch die Unbegreiflichkeit des Holocausts. Und damit auch die Notwendigkeit, einer Wiederholung und immer wieder auftretendem Antisemitismus entschieden entgegenzutreten.

Soviel also aus Jerusalem. Es wird sicherlich nicht der letzte Besuch in dieser tollen Stadt gewesen sein, da doch noch recht viele Punkte auf der Liste offen geblieben sind und die Stadtkarte noch einige weiße Punkte hat, die es zu entdecken gilt. Der nächste Besuch wird dann aber sicherlich in einer nicht ganz so verrückten Zeit sein, in der Pessach sowie westliches und östliches Ostern auf einen Termin fallen. Denn obwohl es dabei viel (verrücktes) zu sehen gibt, ist es doch teilweise recht überlaufen. Jerusalem, ich komme wieder!

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