Releasekonzert Blaue Kanten – Hinsetzen! Zuhören! Träumen!

Am Freitag, den 1. Juni 2012 (Kindertag!), stand mal wieder ein Besuch im Leipziger Westen auf dem Programm. Zusammen mit einem Teil der WG ging es in das Neue Schauspiel in der Lützner Straße zum Releasekonzert von Nadine Maria Schmidt & Frühmorgens am Meer; das sind zunächst an der Gitarre und mit Gesang die namensgebende Nadine Maria Schmidt, Till Kratschmer am Klavier (und an diesem Abend auch an der Triola), Chris Turrak am Bass und Karl Blütchen am Schlagzeug.

Vorgestellt wurde das neue Album Blaue Kanten – das erste komplett deutschsprachige Album der Band. Das Besondere an diesem Album ist die Finanzierung, die mittels Crowdfunding finanziert wurde. Die Besten Fans der Welt haben insgesamt 6000 Euro beigesteuert, indem sie das Album vorbestellt und auch für die Entstehung des Albums gespendet haben. Kritik am Crowdfunding hin oder her – in diesem Fall ist (im Gegensatz zum letzten hier vorgestellten Crowdfunding-Projekt) etwas schönes entstanden. Und die Band hat auch noch nicht die kritische Größe erreicht, bei der man beim Crowdfunding ein bisschen Magengrimmen bekommt – wo auch immer dieser Wendepunkt dann tatsächlich liegt. Aber hier soll es ja eigentlich um die Musik gehen.

Und die Musik war gut, sehr gut. Da ich im Vorhinein nur kurz in das Album rein gehört hatte und daher auch gar nicht genau wusste, was denn gespielt wird, konnte ich völlig unbefangen in das Konzert gehen, was oftmals eine recht gute Idee ist. Zusätzlich zur gewohnten Besetzung gesellte sich diesmal auch Moritz Brünner („Aus Berlin!“ mit drei Ausrufezeichen) mit dazu und hat einige Songs durch sein Cellospiel unterstützt. Den Background haben Maria Schüritz, Sabrina Bornmann (MeloEsque) und Tanja Haberland gebildet. Ja, Tanja Haberland ist auch bei den Cammerspielen dabei, u.a. auch bei Rausch. Überhaupt hat sich im Neuen Schauspiel wieder einmal der charmante Kleinstadtcharakter Leipzigs gezeigt, der die Stadt so liebenswert macht. Man kennt sich eben, und so waren auch (jetzt kommt der nicht finanzierte Werbeblock) die Kolleg_innen von projektum da. Und die Cammerspiele waren weiterhin mit Karsten Zeh vertreten (unser Regisseur Maurice, auch bekannt aus dem Stück Rausch).

Wieder zurück zur Musik: Wunderbar zum Dahinschweben und zum Wegträumen. Musik, die gemacht ist, zuzuhören und nicht im Hintergrund zu Dudeln. Texte, die ein ganzes Sammelsurium an Emotionen abzudecken in der Lage sind: Freude, Angst, Leid, Spaß, Ärger und noch viel mehr. Und im Mittelpunkt immer die Frau mit Gitarre und ihre Band, die alles so lebensecht transportieren und mit sichtbarer Freude dabei sind. Die zwei Stunden, die das Konzert dann doch gingen, sind wie im Flug vorbeigerauscht und man wünscht sich am Ende noch viel mehr. Auch zwischen den Liedern mit ihren eingängigen und melodischen Texten, weiß Nadine Maria Schmidt mit ihrer natürlichen und locker-luftig-verspulten Art das Publikum auf ihrer Seite. Das Neue Schauspiel zitiert das Kulturmagazin Zeitpunkt mit folgenden Worten: „… 120 Prozent Menschsein. Ein Genuss für den Gourmet. Ein Desaster für die Marketingmenschen, die alles besser wissen wollen und überhaupt nichts verstehen.“ Das kann man unterschreiben und nur gut finden!

Also Leute, auch wenn der Kapitalismus hier ansonsten nicht gut wegkommt: Das Album jetzt sofort kaufen und diese tolle Band unterstützen! Wie ihr das machen könnt? Auf ihrer Webseite www.fraumitgitarre.de. Oder ihr geht auf eines der nächsten Konzerte und seht sie live.

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