Psychoanalyse mit Stargästen – Centraltalk

Leipzig, 21.04.2012, 22 Uhr 30. Die Naumburger Straße 40 in Leipzig ist leider schon nicht mehr besetzt. Dafür ist das Erfrischungsfoyer im Centraltheater gut besetzt (Szenenapplaus für diese unglaubliche Überleitung!). Und zwar hochkarätig; hat sich doch das halbe Ensemble des Centraltheaters unter die Gäste gemischt und mit Sebastian Hartmann ist auch der Chef selber mit dabei. Das Publikum hat sich auf die gemütlichen Sessel verteilt, das Bier steht bereit – dem als Psychoanalyse angekündigten Tohuwabohu namens Centraltalk steht also nichts mehr im Wege.

Tatsächlich entwickelt sich ein ironisch-überzeichneter Abend, der vor allem von seiner Nähe zwischen den Darsteller_innen und den Zuschauer_innen lebt. Im Laufe der Veranstaltung entwickelt sich die Fiktion einer Talkshow, die immer mal wieder ins Alberne abdriftet – fast wie bei der realen Vorlage, wenn man sich mal solche Beispiele wie frühe Arabella-Kiesbauer-Sendungen oder erst recht, um im pseudopsychologischen Rahmen zu bleiben, zwei bei Kawallwas vor Augen führt. Wobei man sich natürlich manchmal die Frage stellen kann: Lassen sich Talkshows, die ja per se schon überzeichnet und surreal sind, eigentlich heutzutage noch parodieren? Diese Frage kann nach dem Besuch der ersten Centraltalk-Vorstellung 2012 mit einem klaren ja beantwortet werden. Denn im Ensemble des Centraltheaters finden sich doch immer noch bessere Schauspieler_innen als sie nachmittags bei den Originalen auftreten. Hier sticht mal wieder besonders Edgar Eckert hervor, der sich in die Herzen und Lachmuskeln der Zuschauer_innen spielt. Aber auch der Rest der Darsteller_innen braucht sich bekanntermaßen nicht verstecken.

Das Format Centraltalk steht bekanntermaßen nicht für Hochkultur an sich sondern für leichte, ja seichte Unterhaltung. Darüber sollte man sich als Besucher_in im Vorhinein im Klaren sein. Und dann kann man sich auf einen schönen Einstieg in den Samstagabend einlassen. Wir (es gibt sogar Beweisbilder) sind beim nächsten Mal (19.05.) wieder mit von der Partie – denn jede Ausgabe des Centraltalks ist eine „einmalige“ Vorstellung (die Theaterleitung).

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